Was ist ein Fertighaus?

Informationen zum Haustyp "Fertighaus"

Fertighaus Teile - Das Fertighaus wird aufgebautAls Fertighaus bezeichnet man ein Haus, das zumindest teilweise, schon vorgefertigt angeliefert wird und dann auf der Baustelle nur noch endmontiert wird.

Der Ursprung des Fertighauses kommt aus dem Fachwerkbau, bei dem auch Bauteile vorgefertigt und dann montiert wurden. Die Elemente der Fertighäuser können aus Stahlbeton oder in Leichtbauweise (also meistens aus Holz) gefertigt sein. Das Fundament bildet meist eine Bodenplatte oder ein Keller, der zuvor gebaut wurde.

Das Fertighaus im Überblick

Fertighäuser haben eine vorgefertigte Grundkonstruktion. Meistens handelt es sich dabei um eine Holzkonstruktion, die industriell gefertigt wurde. Diese Konstruktion wird besonders passgenau hergestellt, sodass es später keine Probleme beim Zusammenbau gibt. Diese Konstruktion ist meistens ein Werk aus Holzrahmen, das von beiden Seiten mit Holz- und Gipsstoffplatten beplankt wird.

Im Schnelldurchlauf - So entsteht ein Fertighaus
  1. Das Fertighaus entsteht mit Hilfe von CAD am Computer.
  2. Nachdem das Haus fertig ist, erfolgt die Datenübertragung an die Maschinen, welche  automatisiert die benötigten Holzbalken und die Platten für die Wände zuschneidet.
  3. Anschließend werden die einzelnen Hölzer miteinander verbunden, hierbei arbeiten Mensch und Maschine Hand in Hand.
  4. Das dabei entstandene Holzständerwerk wird von einer Seite beplankt und dann gedreht.
  5. Nach der Drehung werden – sofern es eine Innenwand ist – das Dämmmaterial und Rohre für die spätere Kabelverlegung eingebaut und dann auch die zweite Seite beplankt, um das Wandelement zu schließen. Anschließend werden Öffnungen für die Türen gefräst.
  6. Bei einer Außenwand werden ebenso Dämmmaterial und Rohre eingebaut, zusätzlich wird die Dampfbremse angebracht. Nun wird die Seite ebenfalls zum Schließen beplankt und mit der Vollwärmedämmung für die Außenwand versehen.
  7. Nun werden die Einzelteile aufgestellt und die Außenseiten verputzt. Nachdem der Putz getrocknet ist, werden Türen und Fenster eingesetzt.
  8. Der Rohbau ist fertig und die Einzelteile können zum Grundstück transportiert werden. Dort werden die Einzelteile wie auf dem oberen Bild zu sehen zusammengesetzt.
  9. Da auch die Deckenelemente und das Dach bereits hergestellt sind, ist der Aufbau meinst an einem Tag erledigt und der Rohbau steht.
  10. Der Innenausbau kann beginnen.

Um einen Einblick zu erhalten, ist auch folgender TV-Bericht empfehlenswert:

Die Bauweise ist lange erprobt, so dass der Aufbau besonders schnell und problemfrei erfolgen kann. Allerdings ist der Bauherr immer an die Vorgaben und Richtlinien des jeweiligen Anbieters gebunden. Und jede Änderung die er trifft, erhöht den Preis des Hauses. Natürlich können die Türen, Wände, Böden etc. vom Bauherren selbst gewählt werden. So viel Individualität muss sein.

Heutzutage bevorzugen viele ein Fertighaus gegenüber einem Massivhaus, da man weniger individuelle Planung benötigt.

Vorteile von Fertighäusern

Man sollte meinen, dass ein Fertighaus deutlich schneller fertig ist, als ein klassisches Massivhaus, welches Stein auf Stein gebaut wird. Dem ist aber je nach Jahreszeit und Umfang nicht zwingend so, denn auch wenn der Aufbau an einem Tag erledigt ist, benötigt die Produktion der Einzelteile natürlich entsprechende Zeit.

Der größte Vorteil dabei ist aber, dass man nicht abhängig ist von den Witterungsbedingungen, die während der Rohbauphase gerne für Verzögerungen sorgen. Da kein Beton verbaut wird, der erst aushärten muss, können Fertighäuser sogar bei Minusgraden aufgebaut werden.

Da das ganze Haus „aus einem Guss“ ist, treten beim Aufbau auch nur selten Probleme auf. Gewerke, die mit ihrer Tätigkeit noch nicht fertig sind und dann für eine Verzögerung sorgen, gibt es bei einem Fertighaus nicht. So spart der Bauherr nicht nur Kosten, sondern auch Zeit. Auch kann man meist das Haus im Voraus als Musterhaus besichtigen.

Nachteile von Fertighäusern

Ein Nachteil ist natürlich, dass die Kreativität und Individualität des Bauherrn im Gegensatz zum Architektenhaus erheblich eingeschränkt ist. Er hat nur sehr eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten beim Grundriss und den Materialien. Wenn Änderungen gewünscht sind, sind diese meist mit enormen Zusatzkosten verbunden.

Weiterhin sind die Schall-Eigenschaften deutlich geringer als der Massivbauweise. Fertighäuser haben einfach „dünnere Wände“, die Räume sind hellhöriger. Das kann vor allem Familien mit lauten Kindern stören.

Zudem sagt man, dass Fertighäuser oft einen geringeren Wiederverkaufswert haben als Massivhäuser. Das liegt vor allem in der zu erwartenden Lebensdauer begründet. Während ein Massivhaus 100 Jahre und älter wird, hat ein Fertighaus eine Lebensdauer von etwa 60 bis 90 Jahren.

 

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